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13.03.2009: Vorstellung des Buches »Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90«

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei der Präsentation der Monographie »Die friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90« von Dr. Michael Richter (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung) anlässlich der Leipziger Buchmesse. Rechts Frank Richter (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

Am 13. März 2009 wurde im Rahmen der Leipziger Buchmesse die Monographie »Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90« von Dr. Michael Richter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU-Dresden, präsentiert.
(© Thomas Härtrich / transit)

Anlässlich der Vorstellung des Buches »Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90«  im »Haus des Buches« in Leipzig wurden erste Exemplare des Buches durch Ministerpräsident Stanislaw Tillich an einige Schulen übergeben. Seit Juli ist das Buch offiziell bei der Landeszentrale für politische Bildung erhältlich. Ministerpräsident Stanislaw Tillich Leipzig sprach folgendes Grußwort:

Sehr geehrter Herr Richter,
sehr geehrter Herr Dr. Richter,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Historiker sind sich uneins, ob 1989/90 eine Revolution stattfand. Ich sage: Ja. Für 17 Millionen Ostdeutsche hat sich seitdem praktisch alles verändert.

Viele von uns, die heute hier sind, würden ein anderes Leben führen ohne die Friedliche Revolution.
Nur ein Gedanke: Stellen Sie sich mal vor, vor 20 Jahren hätte eine öffentliche Buchlesung in einer staatlichen Buchhandlung stattgefunden.

Das Buch wäre nur eines gewesen, das die Zensoren auch erlaubt hatten.

Ein Autor wäre eher kein studierter evangelischer Theologe gewesen.

Und ganz gewiss wäre der verspätet eintreffende Gast nicht eben erst aus Brüssel gekommen, von einem Gespräch mit dem EU-Kommissionspräsidenten – womit ich meine Verspätung zu entschuldigen bitte.

Dieser einfache Vergleich macht deutlich, was wir den vielen Revolutionären des 89er Herbstes verdanken.

Wir werden nie genau wissen, wie viele damals dabei waren. Einige Hunderttausend, zwei, drei Millionen, die das SED-Regime aktiv niedergekämpft haben, und das mit friedlichen Mitteln.

Wer Michael Richters Buch liest, der versteht, was für eine gewaltige Leistung diese Menschen vollbracht haben.

Sie haben gegen den erbitterten Widerstand der SED durchgesetzt, dass die DDR am Ende ein demokratisches Land wurde.

Der Druck von der Straße hat Helmut Kohl den Rücken gestärkt, als er mit den vier Mächten über die Deutsche Einheit sprach.

Die großen weltpolitischen Veränderungen, die daraus folgten, sind ohne die Demonstranten auf den Straßen der DDR undenkbar.

Überall dort, wo mutige Menschen für Freiheit, Demokratie und deutsche Einheit auf die Straße gegangen sind, sollten wir an die Ereignisse von 1989/90 erinnern. Vor allem: an die Menschen, die sie getragen haben.

Die sächsische Geschichte ist reich an Glanzpunkten und großen Persönlichkeiten.

Die Friedliche Revolution ist ohne Zweifel eine große Sternstunde unserer Geschichte. Ihre Protagonisten haben zu Recht einen prominenten Platz in den Geschichtsbüchern verdient.

Heute wird unser Land nicht mehr auf den Straßen verändert, sondern von einer Regierung, die in freien Wahlen bestimmt wird. Dafür haben die Menschen 1989 und 1990 gestritten.

Gerade den jungen Sachsen, die erstmals wählen dürfen, müssen wir das immer wieder klar machen.

Sie verdanken ihre Freiheit ihren Eltern und Großeltern. Das ist etwas, worauf die Alten stolz sein können, und die Jungen ebenso.

Freiheit, Demokratie und Recht sind ein Schatz, den wir gehoben haben und nun sorgfältig pflegen müssen. Die Geschichte der Friedlichen Revolution gehört dazu.


Studien zeigen, dass viele Schüler in Ost und West wenig über die DDR wissen. Da fragt man sich: Was wissen sie über die Friedliche Revolution? Und über jene Menschen, denen sie Freiheit und Demokratie verdanken?

Die Antwort geben vielleicht neue Studien. In jedem Fall sollte man Michael Richters Buch lesen, wenn man sich ein umfassendes Bild von der Friedlichen Revolution machen möchte.

Auch jemand, der diese Zeit miterlebt hat, konnte damals ja nicht alles im Blick haben, anders als der Historiker heute.


Es ist mir wichtig, viele junge Sachsen mit diesem Kapitel unserer sächsischen Geschichte bekannt zu machen. Jede Schule in Sachsen sollte deshalb wenigstens ein Exemplar von Michael Richters Buch in ihrer Bibliothek haben.

Ich finde es lobenswert, dass die Landeszentrale für politische Bildung dieses wichtige Buch verlegt und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Ich freue mich ganz besonders, dass ich heute die ersten Exemplare an Vertreter Leipziger Schulen übergeben kann.

Meine Damen und Herren,

Ich wünsche dem Buch viele Leser. Es regt an, über den Wert unserer Demokratie nachzudenken. Was damals mit so großem Einsatz gewonnen worden ist, muss heute sorgsam gepflegt und wenn notwendig auch verteidigt werden.

Vielen Dank!

Überreichung der Sonderausgabe an sächsische Schulen und Bildungseinrichtungen

Überreichung der Sonderausgabe an sächsische Schulen und Bildungseinrichtungen
(© Thomas Härtrich / transit)

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Quelle: dpa/Frank Kleefeldt

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